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Unser Julimädchen

Unser Julimädchen - unsere zweite Tochter und unser zweites Wunder. Geboren in Berlin, im Juli 2015. Wieder lag eine aufregende Schwangerschaft hinter uns... und wieder wurden wir belohnt mit einem perfekten, kleinen Menschlein. Obwohl, so klein warst du gar nicht. 50 cm und 3500 Gramm. Leider bekam ich wieder eine Gestose, doch diesmal konnte ich dich bis zum Termin wohlbehütet in meinem Bauch wachsen lassen. Deine Geburt war recht turbulent und keiner hat an diesem Tag mit dir gerechnet. Morgens um 9:00 Uhr zur Einleitung im Krankenhaus angekommen, hieß es, ich solle nochmal auf Station gehen. Regelmäßige CTG-Kontrollen, sowie Blutuntersuchungen standen auf dem Tagesprogramm. Du hast keine Zeichen gegeben, dass du dich auf den Weg machst.

Doch das sollte zwei Stunden später dann schon anders aussehen nach einer Untersuchung. Mir gelang es gerade noch deinen Papa auf Arbeit zu informieren. Wir gingen noch 20 Minuten spazieren und ab da wusste ich, dass du dich auf den Weg gemacht hast. Keine 30 Minuten später warst du da. Ganz anders als deine Schwester, warst du recht "propper" und entspannt.

Für uns alle war von Anfang an klar, dass wir dich am gleichen Abend noch mit nach Hause nehmen.

Das Augustmädchen kam am späten Nachmittag mit Oma zu uns ins Krankenhaus und konnte dich, als ihre kleine Schwester kennenlernen. Sie konnte gar nicht fassen, dass du in meinem Bauch warst und stellte sich immer vor, wie dunkel das wohl gewesen sein muss.

Eine kleine Ergänzung, den Kreißsaal haben wir nie gesehen, so schnell ging es.

Also gesagt getan, packten wir die Sachen und fuhren nach Hause. Im Nachhinein betrachtet, kam mir der Tag vor wie ein Arbeitstag. Morgens 8 Uhr aus dem Haus und abends 20 Uhr saßen wir, mit dir kleinem Paket im Arm, wieder zuhause.

 

Es hat alles wunderbar funktioniert und wir lebten uns schnell zu viert ein.

Irgendwann bemerkte ich, dass du scheinbar doch über das normale Maß hinaus spuckst. Den Spruch der älteren Generation "Speihkinder sind Gedeihkinder", konnten wir alle nicht mehr hören. Dann begann eine relativ lange Diagnosenreise. In Potsdam konnte uns endlich geholfen werden. Du hast ein Loch im Zwerchfell (Zwerchfellhernie) und dazu einen Mageneingang (Kardiainsuffizienz), der sich nicht verschließen kann. Damit war deine Problematik erklärt. Du hast in dieser Zeit sehr abgenommen und das bis heute nicht wirklich aufgeholt. Als dann einige Untersuchungen gemacht wurden, stellten die Ärzte fest, dass irgendetwas nicht mit deinem Darm stimmte. Dieser war leider komplett platt und hatte kaum noch sogenannte Zotten. Es wurde die Diagnose Zölliakie gestellt.

Wir waren/sind froh, endlich was in der Hand zu haben, was deine Unruhe und dein niedriges Gewicht begründete.

Über Zölliakie im Kleinkindalter, werde ich in einem gesonderten Artikel berichten.

 

Wir beschreiben dich als sehr willensstark und dennoch sehr zart und zerbrechlich. Du hast große Probleme mit fremden Menschen und Freunden/Familie, die du lange nicht gesehen hast. Da ist immer eine gewisse Skepsis. Du möchtest am liebsten nicht auffallen und bist sehr eigen.

 

Aktuell gehst du in die gleiche Kita/Gruppe wie deine Schwester. Das gibt dir Halt und Sicherheit. Du hast tatsächlich einige Zeit der Eingewöhnung benötigt und du hast alle Zeit von uns bekommen. Unser Julimädchen. Was wir in der kurzen Zeit mit dir durchgemacht haben. Ich bin froh, dass es dir nach einer kompletten Ernährungsumstellung besser geht. Du bist einfach viel fröhlicher.

Du liebst deinen "Hutschi" (Nuckel) nach wie vor sehr... wir haben schon etliche Versuche gestartet, dir diesen abzugewöhnen. Dann signalisierst du uns zurück, dass es noch nicht an der Zeit ist. Auch die Zeit geben wir dir.

Du bist schon ein kleines, zartes besonderes Wesen, von dem wir noch viel lernen können. Eben ganz einzigartig und natürlich anders als deine Schwester. Dich und deine Schwester verbindet ein enges und sehr starkes Band.

 

Wir sind stolz und lieben dich...

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